Alkoholpolitik
Alkoholpolitik
 
 
Alkoholpolitik
1

Mythos: "Verbot von Bierwerbung reduziert den Alkoholkonsum"

FALSCH!

RICHTIG:

Die Praxis der letzten 3 Jahrzehnte in Deutschland widerlegt klar diese These. Während die Ausgaben für Bierwerbung erheblich gesteigert wurden und auf diesem Niveau geblieben sind, ist der Bierabsatz in Deutschland kontinuierlich im Zeitraum von 1992 bis 2014 um 24,7 % gesunken (siehe Statistik).

Man kann sich an der Stelle fragen, wieso immer noch Werbung gemacht wird, wenn der Bierkonsum stetig rückläufig ist? Die Antwort ist klar. Ein rückläufiger Markt führt zu einer deutlichen Verschärfung der Wettbewerbssituation zwischen den Brauereien, was zusätzliche Marktmaßnahmen der Betriebe, wie eben die Intensivierung der Werbung nach sich zieht, um Marktanteile zu halten oder auszubauen. Der Gesamtkonsum bleibt damit unverändert. Natürlich darf Werbung nicht in unzulässiger Weise Jugendliche beeinflussen. Deshalb ist beispielsweise direkte Alkoholwerbung mit Sportstars unzulässig und die Werbung darf nicht mit Stilmitteln aufgebaut sein, die sich direkt an Jugendliche wenden. Kontrolliert wird dies durch den Deutschen Werberat, der Beschwerden aktiv nachgeht und die Betriebe bei Nichteinhaltung der Richtlinien zu Änderungen bringt. Ein Verbot der Bierwerbung würde insbesondere mittelständische Brauereien treffen. Denn die Großkonzerne haben flächendeckend Vertriebsorganisationen im Einsatz, die sich am Point of Sale für deren sowieso schon überproportional bekannten Marken stark machen können. Mittelständische Brauereien haben nicht die Kapitalkraft zur Finanzierung derartiger flächendeckender Außendienstmannschaften und haben damit auch kaum einen Ausgleich für einen Wegfall von Werbung.