Alkoholpolitik
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Alkoholpolitik
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Mythos „Alkohol mit der Promillegrenze von 0,5 Promille
ist das Hauptproblem im Straßenverkehr“

FALSCH!

RICHTIG:

Pauschal werden häufig Fahrer unter Alkoholeinfluss als wesentliche Ursache von Verkehrsunfällen dargestellt und daraus die Absenkung der gesetzlich tolerierten Promillegrenze von heute 0,5 Promille gefordert.
Die offizielle Verkehrsunfallstatistik zeigt ein anderes Bild[16]: Alkoholunfälle sind im Zeitraum 2001 bis 2014 um 45,2 % zurückgegangen, während im gleichen Zeitraum die Anzahl der Verkehrsunfälle mit 2,4 Mio. nahezu konstant geblieben ist. Der Anteil der Alkoholunfälle beträgt 1,5 % an allen Unfällen. Auch bei den schwerwiegenden Unfällen, sprich Unfällen mit Personenschäden eine ähnlich positive Entwicklung: Die Unfallursache Fehlverhalten eines Fahrers unter Alkoholeinfluss ist hier im Zeitraum 2001 bis 2014 um 45,5 % zurückgegangen
(siehe Statistik).
Weiter ist in diesem Zusammenhang wichtig, inwieweit Handlungsbedarf bei der Promillegrenze besteht, sprich mit welchem Blutalkoholwert Unfallbeteiligte mit Alkoholeinfluss vorgefunden wurden. Auch hier zeigen die Zahlen der Verkehrsunfallstatistik ein eindeutiges Bild: Nur ein Anteil von 5 % aller an Unfällen mit Personenschäden alkoholisierten Beteiligten hatte eine Blutalkoholkonzentration (BAK) zwischen 0,1 und 0,5 Promille, dies entspricht insgesamt weniger als 800 Personen deutschlandweit[17]. Das heißt, alle anderen an Unfällen beteiligte Fahrer mit Alkoholeinfluss hatten eine BAK, die bereits heute gesetzeswidrig ist und mindestens mit Führerscheinentzug und Bußgeld geahndet wird. Wichtig ist auch: Eine BAK von 0,5 Promille wird nicht zufällig oder aus Versehen erreicht, sondern es müssen hierzu signifikante Mengen Alkohol in kurzer Zeit konsumiert werden [18].

Zusammengefasst wird mit diesen Zahlen deutlich: Alkohol als Unfallursache ist seit Jahren deutlich rückläufig, Alkohol spielt an der Gesamtzahl der Unfälle nur in 1,5 % der Fälle eine Rolle. Auch bei den Unfällen mit Personenschaden hat der Faktor alkoholisierter Fahrer erheblich abgenommen. Bei weniger als 800 Beteiligten insgesamt lag bei Unfällen mit Personenschaden die Blutalkoholkonzentration zwischen 0,1 und 0,5 Promille. Dies zeigt sehr klar, dass eine Absenkung der Promillegrenze keine messbaren Auswirkungen auf das Unfallgeschehen hätte, es handelt sich bei diesen Forderungen um reine Schaufensterpolitik. Es geht beim Thema Alkohol und Verkehr allein um die Kontrolle bestehender Gesetze und hier zeigt die Entwicklung einen äußerst positiven Trend.


[16] Statistisches Bundesamt, Verkehrsunfälle, Fachserie 8, Reihe 7, Wiesbaden
[17] Werte 2010
[18] Beim Konsum folgender Mengen wird eine BAK von 0,5 Promille erreicht (Grundlage Widmark-Watson-Formel): Ein Mann mit 75 kg erreicht eine BAK 0,5 Promille mit 100 ml Tequila (38%Vol.) oder 300 ml Rotwein (12,5%Vol.) oder 750 ml Bier (5%Vol.); für eine Frau mit 60 kg betragen die Werte: 65 ml Tequila (38%Vol.) oder 200 ml Rotwein (12,5%Vol.) oder 500 ml Bier (5%Vol.); Voraussetzung ist der Konsum der Menge innerhalb einer Stunde, ein Konsum der Menge über einen längeren Zeitraum verringert die BAK