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Recrate Monitoring-System für schwermetallhaltige Kästen ist zum 01.09.2011 gestartet

Wie in der Brauer-Rundschau bereits mehrfach berichtet, dürfen durch die im Jahr 2009 erneuerte Ausnahmeentscheidung der Europäischen Kommission auch weiterhin Getränkekästen mit einem Schwermetallgehalt über 100 ppm weiter verwendet werden. Dies trifft insbesondere für Kunststoffkästen zu, die vor 1990 in den Markt gekommen sind und denen als Alterungsschutz und als Farbpigmente Schwermetalle zugesetzt wurden. Von diesen gehen keinerlei Risiken für Mensch und Umwelt aus, weil sie fest in die Kunststoffmatrix integriert sind.
 
Die Ausnahmeentscheidung gilt indessen nur unter der Bedingung, dass nachgewiesen wird, dass das schwermetallhaltige Material in einem überwachten Kreislauf geführt wird. Wird dieser Nachweis nicht erbracht, besteht die Gefahr, dass nach Überprüfung der Einhaltung der Vorgaben des Jahres 2009 im Jahr 2014 die Ausnahmeregelung der Kommissionsentscheidung Nummer 2009/292/EG vom 24.03.2009 aufgehoben wird. 

Bislang wurden die Rückführung und Wiederverwendung des schwermetallhaltigen Materials durch die Kunststoffindustrie mittels eines formulargestützten Monitoring-Systems überprüft. Um dieses Monitoring-System zu optimieren, hatte der Verband Pro-K beschlossen, die Überwachung auf eine neue Basis zu stellen und nunmehr zusammen mit den Verbänden der Getränkeindustrie eine Internet Plattform erarbeitet, über die die Materialströme künftig kontrolliert werden.

Träger dieses Monitoring-Systems ist der Verein recrate e.V., Frankfurt, der das Monitoring-System „recrate online“ zur Verfügung stellt und künftig einen Jahresbericht erarbeitet und die geforderte Konformitätserklärung für seine Nutzer ausstellt. Der recrate e.V. übernimmt die Pflege der Datenbank und die jährliche Auswertung und Beweisführung für den funktionierenden Stoffkreislauf. Die laufenden Kosten werden durch Vereinsbeiträge und eine mengenabhängige Gebühr von 3,00 EUR/Tonne gedeckt, die der Vermaler zu entrichten hat. Für Mitglieder der Verbände der Getränkewirtschaft, also auch für Mitglieder des Verbandes Private Brauereien Deutschland e.V. und seiner Landesverbände, ist die Teilnahme an dem Monitoring-System jedoch kostenlos.

Das internetgestützte Monitoring-System funktioniert nach dem sogenannten „Vier-Augen-Prinzip“, das heißt, der Abgebende und der Annehmende müssen die übergebenen Mengen an die Datenbank melden. Damit das System funktionieren und eine lückenlose Überwachung gewährleistet werden kann, ist es somit zwingend notwendig, dass möglichst alle Hersteller, Händler, Vermaler und Abfüller an dem Monitoring-System teilnehmen.

Der Verband Private Brauereien Deutschland e.V. bittet deshalb seine Mitglieder, die noch schwermetallhaltige Getränkekästen verwenden, nachdrücklich, sich an dem Monitoring-System des recrate e.V. zu beteiligen.

Die Einbindung ist sehr einfach möglich. Unter der Internetadresse www.recrate.de ist lediglich eine einmalige kurze Registrierung erforderlich. Zudem hat bei jeder Abgabe von schwermetallhaltigem Material eine Meldung an die unter die www.recrate.de betriebene Datenbank über die abgegebenen Mengen und den Empfänger zu erfolgen.

Um eine lückenlose Überwachung zu gewährleisten und Tritt-Brett-Fahrern keinen Vorschub zu gewähren, empfiehlt der Verband Private Brauereien Deutschland e.V., schwermetallhaltiges Material nur an ebenfalls registrierte Betriebe (Händler, Vermaler, Hersteller) abzugeben. Zur besseren Orientierung im System hat der recrate e.V. auch eine kurze Bedinungshilfe erstellt, die dieser Brauer-Rundschau als Anlage beigefügt ist. Gleichermaßen bittet der recrate e.V. alle teilnehmenden Unternehmen, in dem neuen Monitoring-System auftretende Fehler oder Verbesserungsvorschläge zu melden. Sie können dies auch gerne über den Verband Private Brauereinen Deutschland e.V. tun.

Wir unterstreichen noch einmal, dass eine Einbindung in das neue Monitoring-System im Interesse der gesamten Brauwirtschaft ist und schnellstmöglich vorgenommen werden sollte, um die besagte Ausnahmeregelung auch für die Zukunft zu sichern.  RLD/LM

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