GEMA-Tarife: 2013 drohen drastische Steigerungen
Die GEMA plant 2013 eine Reorganisation ihrer
Gebührenstruktur. Zukünftig soll es nur noch 2 Tariftypen geben:
Veranstaltungen mit Musikern (Tarif U-V) und Veranstaltungen mit
Tonträgerwiedergabe (Tarif M-V). Brauereien, Volksfeste, Bierzelte, Biergärten,
aber auch Gastronomen sind als Veranstalter vor allem mit Live-Musik vom Tarif
U-V betroffen. Zwar spricht die GEMA „von einer deutlichen Entlastung kleinerer
Veranstaltungen“, jedoch zeigen Beispielrechnungen, dass in den meisten Fällen
genau das Gegenteil der Fall ist. Entlastet werden lediglich Veranstaltungen
mit Eintrittsgeldern zwischen 1 € und 6 € bis zu einer Fläche von ca. 1.100 m².
Hingegen sind Veranstaltungen ohne Eintritt – das ist die Mehrzahl der Feste,
Volksfeste, Biergarten mit Livemusik – von erheblichen Kostensteigerungen
betroffen. Besonders deutlich wird dies bei ganztägigen Veranstaltungen, hier
betragen die Gebührenerhöhungen je Veranstaltungsgröße bis zu +130 %. Doch
auch bei halbtägigen Veranstaltungen (tagsüber oder nur abends) sind nur wenige
Größenklassen nicht von Erhöhungen betroffen, beim Rest liegen die Steigerungen
im Bereich +10 bis +70 % je Veranstaltung. In der
Anlage der Brauer Rundschau
sind zahlreiche Beispiele mit durchgerechneten Vergleichen 2012 vs. 2013. Die Veranstaltungen werden nach
Eintrittshöhe, Zeitdauer der Veranstaltung und Veranstaltungsgröße
eingruppiert. Weiter wirkt sich die Flächenbestimmung der GEMA gerade bei Freiluftveranstaltungen
oder Musikdarbietungen in Biergärten kostentreibend aus: Als Veranstaltungsfläche
zählt nicht nur der Bereich der Besucherplätze, sondern es werden sämtliche
Wege, Fluchtwege, Verkaufsbereiche mit einbezogen. Die neuen Gebühren sind auf
der Website der GEMA inkl. Tarifrechner ersichtlich (
www.gema.de/Livemusik).
Die Privaten Brauereien Bayern haben sich in einem gemeinsamen Schreiben, u.a.
mit dem DEHOGA Bayern, in einer deutlichen Stellungnahme an Ministerpräsident
Seehofer gewandt. Mitgliedsbrauereien sollten sich ergänzend an ihre regionalen
und politischen Vertreter wenden, um auf diese Gebührensteigerung hinzuweisen. WG/M