09.11.2016

Die Gewinner des European Beer Star 2016 stehen fest:
Deutsche Brauer erringen 69 der 171 weltweit begehrten Medaillen

Einer der bedeutendsten Bierwettbewerbe der Welt, der European Beer Star, verzeichnet im 13. Jahr mit 2.103 Bieren aus 44 Ländern eine Allzeit-Rekordbeteiligung.
In einer zweitägigen Blindverkostung ermittelte die 124köpfige, internationale Jury die Gewinner in 57 Kategorien. Die Auszeichnungen mit Gold, Silber und Bronze haben bei den Brauereien einen vergleichbaren Status wie Michelin-Sterne für Gastronomen.
Die Siegerehrung findet am 9. November im Rahmen der BrauBeviale statt.
Die meisten „Sterne“ (69) gehen wieder an Brauereien in Deutschland, die rund 40 % der eingereichten Biere stellen. Erstmals jedoch führen US-Brauer mit 17 Goldmedaillen den Medaillenspiegel an. Entsprechend kommt die meist dekorierte Brauerei des Jahres 2016 aus San Diego (Kalifornien): An die Ballast Point Brewing Company gehen drei Goldmedaillen und eine Silbermedaille. Europas erfolgreichste Brauerei mit 2 x Gold und 2 x Silber kommt aus Österreich: die Wiener Ottakringer Brauerei. Den Spitzenplatz unter den deutschen Brauereien teilen sich die Brauerei Gold Ochsen aus Ulm (Baden-Württemberg) und die Erl-Bräu aus Geiselhöring (Bayern) mit je zwei Goldmedaillen. Italiens quirlige Brauszene entscheidet 10 Kategorien für sich und steigt zur dritterfolgreichsten Nation beim European Beer Star 2016 auf.

„Die Entwicklung unseres Wettbewerbes European Beer Star ist schon phänomenal“, freut sich Oliver Dawid, Geschäftsführer der Privaten Brauereien Bayern, „allein in den vergangenen sechs Jahren hat sich die Anzahl der eingereichten Biere verdoppelt!“ Nachdem noch in den Vorjahren die Biere der deutschen Brauereien etwa
die Hälfte des Teilnehmerfeldes ausmachten, liegt in diesem Jahr der Anteil der internationalen Biere bei 60 %. Aus 44 Ländern kommen dieses Jahr die 2.103 Biere, die Anfang Oktober in der Doemens Akademie (Gräfelfing b. München) von 124 Bierexperten (Vorjahr 115) aus 30 Ländern verkostet wurden. Die Braumeister, Bier-Sommeliers und Fachjournalisten entschieden nach einer zweitägigen Blindverkostung über die Vergabe von Gold, Silber und Bronze in den insgesamt 57 Kategorien (Vorjahr 55) – nach den gleichen Kriterien, die auch der Konsument zur Beurteilung heranzieht: Farbe, Schaum, Geruch, Geschmack und sortentypische Ausprägung.

Brauer aus 22 Ländern erhalten Medaillen
Mit durchaus spektakulären Ergebnissen: Die deutschen Brauereien erringen zwar insgesamt die meisten Medaillen, können aber erstmals nur 16 Kategorien für sich entscheiden (Vorjahr: 20). Mit 17 Goldmedaillen übernehmen die US-Brauer daher die Führung im Medaillenspiegel, auf dem dieses Jahr 22 Länder aufscheinen. Die
vielleicht größte Überraschung jedoch sind die Brauer zwischen Brenner und Apulien:
Nach lediglich einer Goldmedaille 2015 konnten die italienischen Brauereien beim diesjährigen European Beer Star zehn Kategorien für sich entscheiden. Sie belegen damit sehr deutlich, welche Popularität Bier inzwischen auf dem „Stiefel“ genießt.
Für ein weiteres Ausrufezeichen sorgte der Nachbar Österreich, der fünf Goldmedaillen erhält. Die erfolgreichste europäische Brauerei beim European Beer Star 2016 ist die Ottakringer Brauerei, die 2 x Silber und 2 x Gold nach Wien holt: für das beste German-Style Pilsner und für German-Style Helles, also zwei der wettbewerbsintensivsten Kategorien. Erstmals gehen Medaillen an Brauereien Ungarn und der Ukraine. Einer der überraschendsten Sieger kommt aus Taiwan: Von der Long Sun Brewing in New Taipeh City wird das beste bernsteinfarbene Weißbier gebraut!

„Die Ergebnisse belegen, dass der European Beer Star inzwischen weltweit angekommen ist“, betont Gerhard Ilgenfritz, Präsident der Privaten Brauereien Bayern, „und dass auch in Ländern mit vermeintlich geringerer Braukompetenz ebenfalls großartige Biere gebraut werden.“

Vertraute Namen auf den Gewinnerlisten
Die Braukompetenz der innovativen Brauer in den USA, die in diesem Jahr besonders zahlreich vertreten sind, steht außer Zweifel. Die meistdekorierte Brauerei beim European Beer Star 2016 ist die Ballast Point Brewing Company im kalifornischen San Diego, die eine Silbermedaille (für Düsseldorfer Alt) sowie drei Goldmedaillen erhält: für English Style Porter, Baltic Style Porter und Imperial India Pale Ale. Weitere Goldmedaillen für US-Brauereien, die bereits in den Vorjahren unter den Gewinnern waren, gibt es u.a. für Traditional Style Pale Ale (Sierra Nevada Brewing), für Holzfassgereiftes Starkbier (Fifty Fifty Brewing), für Sweet Stout (Ska Brewing), für Dry Stout (Deschutes Brewery), für Imperial Stout (Epic Brewing Company), für New Style India Pale Ale (Reuben`s Brews) für Bohemian Style Pilsener (Oskar Blues Brewery) oder für Bohemian Style Schwarzbier (Lakefront Brewery).
Vergleichbar mit den Kollegen in den USA reüssierten auch die italienischen Brauer ganz überwiegend mit eher ausgefallenen Bierstilen. Die Birrificio Artigianale erhält Goldmedaillen in den Kategorien Belgisches Witbier und Herb and Spice Beer. Ferner gehen die Goldmedaillen für Belgian Dubble (Birrificio del Forte), Sauerbier und New Style Pale Ale (beide Birra Perugia), Rauchbier (Birrificio del Ducato) oder Scotch Ale (Piccolo Birrificio Clandestino) an Brauereien in Norditalien. Als Newcomer beim European Beer Star gleich erfolgreichste italienische Brauerei des Jahres ist die Birra Elvo in Graglia, die für Schwarzbier und Heller Bock jeweils Gold sowie für den Dunklen Bock Silber erhält.

Die vielen neuen Namen, die in den Gewinnerlisten aufscheinen, wertet Sebastian Wedekind, Verkostungsleiter European Beer Star, als Beleg dafür, wie hart umkämpft die Medaillen beim European Beer Star inzwischen seien: „Die Beer Stars zählen längst zu den begehrtesten Auszeichnungen der internationalen Bierwelt!“ Mit 69 Medaillen können die deutschen Braustätten soviel Edelmetall wie keine andere Nation aufweisen (2015: 64). Allerdings stehen deutsche Biere „nur“ noch in 16 Kategorien ganz oben und verlieren gegenüber 2015 vier Goldmedaillen. Die beiden erfolgreichsten deutschen Vertreter sind die Brauerei Gold Ochsen (Ulm, Baden-Württemberg) und Erl-Bräu (Geiselhöring, Bayern). Die Niederbayern, erstmals beim European Beer Star unter den Gewinnern, werden für ihren Hellen Doppelbock und ihr Festbier mit Gold ausgezeichnet; die Ulmer führen die Kategorien Export und Mildes Lager an.

Erfolgreiche Bayern und Baden-Württemberger
Nach wie vor dominieren die süddeutschen Brauereien in Deutschland, wobei auffällt, dass die baden-württembergischen Brauereien bei den Goldmedaillen mit den bayerischen Brauereien fast gleichgezogen haben (7/8). Dazu tragen einige „alte Bekannte“ beim European Beer Star bei, wie beispielsweise die Hirsch-Brauerei Honer aus Wurmlingen. Die Weißbierspezialisten unterstreichen ihre besondere Kompetenz
bei obergärigen Bieren mit Gold für Hefeweizen Hell, Silber für bernsteinfarbenes
Weizenbier und Kristallweizen sowie Bronze für Leichtes Weizen. Die Kronenbrauerei Alfred Schimpf aus Neustetten beeindruckte die Jury mit ihrem Dunklen Weizenbock am meisten.
Nicht an das überzeugende Ergebnis vom Vorjahr, als 15 Goldmedaillen erreicht wurden, können die bayerischen Brauereien anschließen. Die fränkischen Brauereien sichern sich die regionstypischen Kellerbier-Kategorien: Gold gibt es für die Braustätten Zum Löwenbräu (Kellerbier Hell) und Bürgerliches Brauhaus Wiesen (Kellerbier Dunkel). Das beste Leichte Helle kommt von der Brauerei Winkler aus Amberg; das beste Stark-Bier (Ultra Strong-Kategorie) wie schon so häufig vom Brauhaus Faust in Miltenberg. Aus der Oberpfalz vom Winkler-Bräu in Lengenfeld kommt das beste Kellerpils. Bei den noch im Vorjahr so erfolgsverwöhnten oberbayerischen Brauereien hat insbesondere die Familienbrauerei Müllerbräu aus Pfaffenhofen erneut die Jury für ihre Biere einnehmen können: Bronze für das Leichte Helle, Silber für das Hopfenland Pils und – bereits zum dritten Mal – Gold für das Leichte Weißbier. Die einzige Goldmedaille außerhalb von Süddeutschland erhält das Bürgerliche Brauhaus Saalfeld (Thüringen) für sein Märzen. Zum ersten Mal erringen Brauereien aus Frankfurt und Berlin Medaillen für ihre Biere.

Dass die Kategorien beim European Beer inzwischen nicht mehr zwingend bestimmten Ländern zuzuordnen sind, belegen folgende Beispiele: Die Goldmedaille für Düsseldorfer Alt geht an die japanische Brauerei Warabiza; das beste traditionelle Pale Ale braut die niederländische Jopenkerk Bierbrouwerij.
„Wir bilden mit dem European Beer Star die große Bandbreite der hochwertigsten internationalen Bierspezialitäten ab“, bilanziert Oliver Dawid von den Privaten Brauereien, „das entspricht genau unserer Zielsetzung, besonders authentische, geschmacklich und qualitativ überzeugende Biere mit dem European Beer Star auszuzeichnen.“

Der European Beer Star der Privaten Brauereien (in Kooperation mit der Association of small and independent Breweries in Europe), seit 2003 weltweit ausgelobt, wird unterstützt von der Barth-Haas Group, der BayWa, Rastal und MicroMatic. Partner sind die BrauBeviale, Doemens Akademie und die Brauwelt.

Weitere Infos unter: www.european-beer-star.de

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Die Gewinner des European Beer Star 2016

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